Website · Mottoparty
Eine Einladung, die man anklicken kann
Für einen runden Geburtstag im Freundeskreis wollte ich keine Karte verschicken, sondern einen Ort, an dem alles steht: wann, wo, was anziehen, was mitbringen, was läuft. Herausgekommen ist eine kleine Seite mit sieben Bereichen, einem Countdown und einer Checkliste, die man wirklich abhaken muss, bevor man den Führerschein bekommt.
Einmal komplett durch
Vier Minuten durch alle Bereiche, ohne Schnitt.
Das Video lädt erst, wenn du auf Play drückst. Namen und Adresse in der Aufnahme sind ersetzt. Die roten Kästen sind kein Fehler von damals: die Datenbank hinter Gästebuch und Wunschliste habe ich nach der Party abgeschaltet, deshalb meldet sich beim Absenden nichts mehr zurück.
Die Idee
Bei jeder Feier gehen dieselben Fragen im Gruppenchat unter. Muss ich mich verkleiden? Wie komme ich hin? Was soll ich schenken? Die Antworten stehen irgendwo zwischen zweihundert Nachrichten.
Also habe ich sie an einen Ort gepackt, den man einmal schickt und der danach für sich arbeitet. Ein Link statt zwanzig Erklärungen.
Was drin ist
- Countdown bis zum Termin
- Adresse mit Kartenlink
- Dresscode mit Bildergalerie
- Essen und Getränke als Speisekarte
- Wunschliste, in die alle eintragen können
- Musikwünsche ohne Konto und ohne App
- Gästebuch
- Checkliste mit Urkunde am Ende
Womit gebaut
Vorne HTML, CSS und JavaScript von Hand, ohne Baukasten. Hinten Supabase für die Einträge, die mehrere Leute gleichzeitig sehen sollen: Wunschliste, Musikwünsche, Gästebuch.
Privat und ohne kommerzielle Absicht entstanden. Die gezeigte Fassung ist anonymisiert, mit erfundenem Namen und Musteradresse.
Der Ton macht die Einladung
Warum der Text genauso wichtig war wie das Layout.
Eine Einladung darf nach der Person klingen, die einlädt. Deshalb steht hier nicht "wir freuen uns auf euer Kommen", sondern der Satz, den sie im Chat auch geschrieben hätte.
Jede Überschrift hat eine kleine Unterzeile, die aus der Rolle fällt. Die Speisekarte trägt den Hinweis, dass das der Plan ist und nicht das Versprechen. Das kostet nichts und macht aus einer Infoseite etwas, das man gerne zu Ende liest.
Das Datum steht daneben in drei Kästen statt in einem Fließtextsatz, weil genau das die Frage ist, die man beim zweiten Öffnen sucht.
Zeigen statt beschreiben
Der Dresscode war der Teil, vor dem die meisten Angst hatten.
"Kostüm ist Pflicht" schreckt ab, solange niemand weiß, was gemeint ist. Also habe ich zwölf Bilder herausgesucht und jedem eine Zeile gegeben, die zeigt, wie wenig reicht: eine Perücke, eine auffällige Brille, ein Bettlaken.
Die Bilder liegen in einem Raster, das sich auf dem Handy zu einer Spalte zusammenschiebt. Aufgeklebt wie Fotos an einer Wand, weil das besser zum Anlass passt als eine saubere Kachelreihe.
Am Ende kamen alle verkleidet. Das ist die Kennzahl, die ich für dieses Projekt habe.
Eine Checkliste, die man ernst nimmt
Der Teil, an dem ich am längsten gesessen habe.
Ganz unten liegt eine Liste mit zehn Punkten. Jeder Punkt lässt sich erst anklicken, wenn man den passenden Bereich der Seite wirklich angesehen hat. Wer springt, kommt nicht weiter.
Stehen alle zehn, stellt die Seite eine Urkunde auf den Namen aus, den man oben eingetragen hat. Kein Preis, keine Belohnung, nur der kleine Moment, in dem etwas fertig ist.
Das war der Trick, damit die Seite nicht nur einmal überflogen wird. Wer den Schein wollte, hat den Dresscode gelesen. Und darum ging es.
Steht bei dir etwas an?
Geburtstag, Hochzeit, Abschluss oder einfach ein Abend, der eine eigene Seite verdient hat.